Palmerston – North / Neuseeland

17.02.2009

Palmerston – North / Neuseeland: Februar -  April


Die Entscheidung, mit Kris Gemmell gemeinsam einen Teil der Vorbereitung in Neuseeland zu bestreiten, hatte ich schon im letzten Jahr gefällt.
Die Freundschaft zu Kris und die sehr guten Trainingsbedingungen hier in Palmerston North sind ausgezeichnete Voraussetzungen, um die in diesem Jahr gesetzten Ziele in Angriff zu nehmen.


Neben dem angenehmen Wetter(20Grad), den unterschiedlichen Möglichkeiten im Gelände(flach und bergig) zu trainieren und der ausgezeichneten häuslichen Versorgung durch Kris Eltern, sind es vor allem die Trainingsinhalte, mit denen ich versuche, meine Lauffähigkeiten über die Marathondistanz zu verbessern.


Mit dem Weltcup in Mooloolaba in Australien am 29.03. werde ich in die Saison einsteigen, wohl wissend, dass ich nicht hundertprozentig vorbereitet bin. Eine Woche später am 05.04 werde ich in New Plymouth/Neuseeland ein weiteres Rennen über die olympische Distanz bestreiten, bevor ich dann auf meinem Rückweg nach Deutschland in St. Petersburg/Florida/USA am 26.04 beim mit 5000 Teilnehmern besetzten und einem der größten amerikanischen Triathlon- Veranstaltungen an den Start gehe.   
Doch bis dahin muss noch eine Vielzahl von Kilometern abgespult werden.


Euer Andreas

 



Trainingslager auf Fuerteventura

Trainingslager auf  Fuerteventura im Playitas Grand Resort im Januar

Der Start in die Vorbereitung für das Jahr 2009 begann mit dem Trainingslager der Nationalmannschaft  auf Fuerteventura.
Die sehr schöne Anlage im Playitas Grand Resort bietet neben einem 50m Pool , einem Kraftraum, angenehmen Zimmereinrichtungen und einem gutem Frühstück - und Abendbüffet die Möglichkeit für sehr anspruchsvolle Radausfahrten und Laufeinheiten.

Mit Daniel Unger wieder das Zimmer teilen zu dürfen, war wie immer ein Erlebnis. Mit der festen Absicht, auch in diesem Jahr einen Teil der Vorbereitung gemeinsam zu absolvieren, werden wohl ab Mai weitere anstrengende Trainingseinheiten im schwäbischen Bad Saulgau auf mich zu kommen. :-)


Obwohl das Training  erwartungsgemäß schwer anlief und mir noch sehr viel „Arbeit“ bevorsteht, war es eine sehr angenehme Zeit,  mit dem Team zu trainieren.  


Euer Andreas

 



Phoenix: 1. Platz Arizona

24.11.2008

Nach dem sehr euphorischen Gewinn des Vize – Weltmeister Titels wollte ich die Saison nach nicht beenden und meine Form für eine weiteres Rennen nutzen. In unserem gemeinsamen Trainingslager auf Mallorca hatten Jan  Raphael und ich schon darüber gesprochen, gemeinsam beim Ironman – Arizona zu starten. Als mich Jan nach Clearwater anrief und mich fragte, ob ich nicht doch starten will, habe ich sofort zugesagt. Kurzer Hand habe ich meine Flüge umgebucht und mich in den letzten 1 ½ Wochen zusammen mit Jan und Rebecca vorbereitet. Während dieser Zeit habe ich sehr viel von Jans Ratschlägen profitieren können, um mich auf den Wettkampf einzustellen.


Ein Hinweis, der mir über den gesamten Rennverlauf helfen sollte und sich bewahrheiten sollte:  während der 8 Stunden Renndauer kann alles Mögliche passieren und der Wettkampf endet erst mit der Ziellinie.


Trotz der sehr Umfang – und geschwindigkeitsorientierten Vorbereitung bin ich mit gedämpften Erwartungen in meinen ersten Ironman gestartet. Ursprünglich wollte nur Erfahrungen sammeln für meine Präparation auf Hawaii 2009 herausfinden, wo und wann ich in Schwierigkeiten geraten werde. Darauf wollte ich gezielt mein Training einstellen.
Um 6:45Uhr sollte dann mein längster „Arbeitstag“ beginnen.


In einem sehr starken Feld von knapp 100 Profis konnte ich nach dem Schwimmen an Position 2 liegend aufs Rad wechseln. Trotz meiner im Vorfeld auferlegten Strategie, Geduld zu bewahren und nicht zu schnell zu starten, konnte ich meine Tempovorgabe nicht halten und habe etwas überzogen.


Nach 60 km noch auf Position 2 liegend mit einem Rückstand von 2:05 min und auf Position 3 liegend nach 125 km mit einem Rückstand von nur 1:55 min auf den erfahrenen und ausgezeichneten Radspezialisten Chris Liehto ereilte mich ein ziemlich starker Einbruch, der mich auch mental an mein Grenzen brachte. Binnen der nächsten 60 km sollte ich knapp 9 min auf die Spitze verlieren und mich bei Kilometer 179 von der Verfolgergruppe einholen lassen. Ich versuchte während dieser Phase mein eingefahrenes „Substitutionsdefizit“ mit Gels und Energieregeln wieder zu kompensieren und war überrascht, dass ich mich mit dem Start des Marathons etwas erholt zu haben schien, wenn man nach 5 ½ Stunden Wettkampfdauer davon sprechen kann.


Da ich dank des hervorragenden Coaching von Rebecca an der Strecke von Meile  zu Meile sehr viel Zeit auf das Führungsduo Chris Liehto, Jordan Rapp gut machen konnte,  hatte ich wieder alle Chancen, das Rennen zu gewinnen.
Als ich dann nach 30 Kilometern die Führung übernehmen konnte, versuchte ich mein Tempo zu drosseln, da ich mir plötzlich nicht mehr sicher war, den bis dahin ohne größere Schwierigkeiten verlaufenden Marathon durchzustehen. Mit dem Passieren der magischen Kilometermarken 32 und 35 und einem komfortablen Vorsprung von 4 min waren dann aber die Zweifel ausgeräumt und ich  konnte mit neuem Streckenrekord bei meinen Ironman Debüt den ersten Sieg erkämpfen.


Dass Jan nach seiner langen Erkrankung auf Platz 5 finishte und damit das Hawaii Ticket für 2009 holte , sorgte für einen grandiosen Ausklang der Saison.
Wenn ich auf das Jahr zurück blicke, sowohl mit der großen Enttäuschung der verpassten Qualifikation für die Olympischen Spiele als auch dem gelungenem Umstieg auf die Langdistanz,  dann schöpfe ich viel Motivation für die nächsten Jahre.  Neue  Ziele lassen mich gestärkt in die Zukunft blicken.


Der Glaube an sich selbst,  der Zuspruch von der Familie und von Freunden sind die Grundvoraussetzung, um erfolgreich seine persönlichen Zielsetzungen zu verwirklichen.


Vielen Dank für Eure Unterstützung
Euer Andreas